
Der Präsident der HRK betonte in seiner Begrüßung, dass sich die zweistufigen Evaluationsverfahren in den letzten Jahren weiter erfolgreich verbreitet hätten, trotz den nach wie vor schwierigen Rahmenbedingungen wie steigenden Studierendenzahlen und einer weitgehenden Stagnation der personellen und sächlichen Ausstattung der Hochschulen. Als wichtigste Voraussetzung für die Schaffung von Qualität und einer Qualitätskultur in vielen Bereichen der Hochschulen forderte er eine umfassendere Autonomie der Hochschulen.
In dem folgenden Hauptvortrag zog Professor Dr. Rainer Künzel ein Fazit über die Stärken und Schwächen des Verfahrens, nachdem der Nordverbund und die Zentrale Evaluations- und Akkreditierungsagentur Hannover für fast alle Fächer zwei komplette Evaluationszyklen abgeschlossen und die Umsetzungsberichte aus dem ersten Zyklus ausgewertet haben. Er hob besonders hervor, dass sich die Fragestellungen in den verschiedenen Evaluationszyklen ändern und dass ein größerer Schwerpunkt auf die Umsetzung der Evaluationsergebnisse gelegt werden müsste. Die regelmäßige Durchführung von Evaluationsverfahren könnte außerdem den Aufwand der Reakkreditierung von Studiengängen erheblich verringern.
Europäische und internationale Aspekte der Qualitätssicherung sowie deren Auswirkungen auf das deutsche Qualitätssicherungssystem wurden in den Foren des ersten Tages behandelt, insbesondere die "European Standards and Guidelines for Quality Assurance in the European Higher Education Area" und der europäische sowie der deutsche Qualifikationsrahmen.
Die wachsende Bedeutung der Hochschulrankings und -ratings wurde von Vertretern der DFG, des Wissenschaftsrates und der österreichischen Qualitätssicherungsagentur AQA diskutiert. Auch wenn diese Verfahren nicht als eigentliche Qualitätssicherungsinstrumente eingestuft wurden, betonten alle Podiumsteilnehmer ihre mögliche steuernde Wirkung. Die Seriosität der Rankings würde in großem Maße von den verwendeten Indikatoren abhängen.
Am zweiten Tag der Konferenz wurden einzelne Aspekte der Evaluationsverfahren thematisiert. Die studentische Lehrveranstaltungskritik als wichtiger Teil der Evaluationsverfahren, die Ausweitung auf weitere Evaluationsgegenstände wie die Studierendenberatung und Student Services sowie die Messung von erworbenen Kompetenzen standen dabei im Mittelpunkt. Als zentrale Voraussetzungen für die Weiterentwicklung der Verfahren wurde von den eingeladenen Evaluationsexperten eine verstärkte Schulung der externen Peers gefordert, sowie eine konsequentere Beteiligung der Akteure am Follow-Up der Verfahren.
Weitere Informationen zu dieser Veranstaltung können Sie den Beiträgen entnehmen. Eine Tagungsdokumentation ist in Vorbereitung.