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DIN ISO 9000 ff.


Die DIN-EN-ISO-Normreihe 9000ff. ist ein Regelwerk, das eine umfassende Qualitätssicherung in einem breiten Anwendungsbereich von der Produktion bis zur Dienstleistung bezweckt.

Der Ansatz des Deutschen Institutes für Normung e.V. (DIN) und der International Organization for Standardization (ISO) zielt darauf ab, ein Qualitätssicherungssystem systematisch darzulegen. Der Grundgedanke der DIN-EN-ISO 9000ff.-Verfahren ist, dass gleiche Prozesse zu gleichen Ergebnissen und damit zu einer gleichbleibenden Qualität führen. Anstatt Qualitätsmängel erst am Ende zu beheben, sollen durch ein prozessbegleitendes Qualitätsmanagement Fehler bereits bei der Erstellung von Produkten und Dienstleistungen verhindert werden. Geprüft wird allerdings nicht die Qualität des Produktes sondern der Weg der Entstehung. Dieser Entstehungsweg ist nach den Vorgaben von DIN EN ISO 9000 in einem "QM-Handbuch" zu dokumentieren. Das QM-Handbuch ist bei einer Zertifizierungsagentur einzureichen. Durch ein "Audit" wird geprüft, ob das Unternehmen bzw. die Einrichtung seinen eigenen Qualitätsstandards entsprechend arbeitet und diese Standards auf dem neusten Stand sind.

Ein nach DIN EN ISO 9000 arbeitendes Unternehmen dokumentiert gegenüber seinen Kunden, dass es Qualitätsanforderungen festgelegt hat und diese erfüllt. Damit wird die Qualitätsfähigkeit der zertifizierten Institutionen sichergestellt und durch Systemauditierung und -zertifizierung dokumentiert. Die DIN EN ISO 9000 Teil 3 (Erstellung von Software) und die DIN EN ISO 9004 Teil 2 (Erbringung von Dienstleistungen) gelten als Vorgabe, die für die Hochschulen am besten geeignet sind.

Schwierigkeiten bereitet die Adaption einerseits auf Grund des zentralen Begriffs des Kunden. Die Norm benutzt die begriffliche Trias Lieferant-Produkt-Kunde. Die Grundidee der Kunden-Lieferanten-Beziehung ist, dass der Kunde möglichst genau das bekommt, was er möchte. Offen bleibt damit bei einer Adaption der DIN EN ISO 9000 Norm durch die Hochschulen, ob die konsequente Definition der Studierenden als „Kunden“ wirklich zielführend ist bei der Entwicklung des „Produkts“ Studiengang. Häufig wird auch die Trias in der Form interpretiert, dass letztlich die Absolventen/innen das „Produkt“ seien, das vom „Kunden“ Arbeitsmarkt abgenommen wird.

Allerdings ist nur ein Teil der Vorgänge innerhalb der Hochschule normierbar - gerade in Forschung und Lehre kann das Abweichen von der Norm den entscheidenden qualitativen Unterschied im positiven Sinne ausmachen. Daher sollte sich im Bereich der Hochschulen eine ISO 9000-Zertifizierung auf die qualitätsrelevanten Strukturen konzentrieren und das Handbuch nicht zu kleinteilig ausfallen.

Einzelne Hochschulen, Fakultäten oder Fachbereiche haben sehr gute Erfahrungen mit Zertifizierungs- oder EFQM-Verfahren gemacht. Neben spürbarer Verbesserung der Transparenz von Verfahrensabläufen können Fachbereiche, die mit Unternehmen zusammenarbeiten, in denen Zertifizierungen üblich sind, durch solche Maßnahmen ein größeres Vertrauen aufbauen, welches sich z.B. positiv auf die Vergabe von Drittmitteln auswirken kann.

Tagung "Qualitätsmanagement – Was können Hochschulen von der Wirtschaft lernen?", 15./16.9.2005 in Wildau; dokumentiert in: Beiträge zur Hochschulpolitik 1/2006 Band II

Tagung "Qualität messen – Qualität managen, Leistungsparameter in der Hochschulentwicklung", 26./27.10.2004 in Köln; dokumentiert in: Beiträge zur Hochschulpolitik 6/2005